L.A. Noire – Review

Los Angeles im Jahre 1947, eine Stadt in Glanz, Reichtum und Wohlstand. Doch der erste Blick mag trügen: Korruption, Mord und Raub stehen an der Tagesordnung. Als Veteran des 2. Weltkrieges und Empfänger des Silver Star, für seine verdienstvollen Taten, steht es Cole Phelps, der der Stadt etwas zurückgeben will, zur Aufgabe die „schmutzige“ Stadt der Engel zu bereinigen.

Publisher: Rockstar

     Entwickler: Team Bondi 

     Spieler: 1

     Multiplayer: nicht vorhanden

     Netzwerkspieler: /

     Playstation Move: nicht unterstützt

     3-D: nicht vorhanden

 …

     …


Die Story:

Cole Phelps, ausgezeichnet mit dem Silver Star für verdienstvolle Taten im Krieg für sein Heimatland, will seine Fehler die ihm im Krieg widerfahren sind wieder gut machen, er will der Stadt der Engel etwas zurückgeben. Nach seiner ehrenhaften Entlassung beginnt Phelps seinen Dienst beim Los Angeles Police Department. Cole Phelps startet seine Karriere im Police Department als gewöhnlicher Streifenpolizist. Ein Funkspruch der Zentrale erreicht den Wagen von Cole und seinem Partner – eine Schießerei in einer Gasse. Mit einer Taschenlampe bewaffnet ist es nun seine Aufgabe Beweise zu finden und Schlüsse daraus zu ziehen.

Sein Talent als Ermittler wird während seiner Zeit als Streifenpolizist bald entdeckt und er wird vom Los Angeles Police Department daraufhin zum Detective befördert. Als Detective muss er sich in verschiedenen Fällen beweisen und klettert dabei immer weiter die Karriereleiter hinauf. Er arbeitet sich vom Verkehrsdezernat zum Brandstiftungsdezernat danach kommt er zur Sitte und schließlich erreicht er das Morddezernat.

Während seiner Arbeit beim Verkehrsdezernat und dem Brandstiftungsdezernat klärt Cole Phelps mehrere Morde auf. Doch all diese Morde deuten auf ein gemeinsames Muster hin – nämlich auf das des Black-Dhalia-Mörders, auch der Wehrwolf von Los Angeles genannt.

Die Jagt nach dem Black-Dhalia Mörder fesselt euch in L.A. Noire um die 20 Stunden lang. Doch dies ist nur die Zeit, die ihr für die Hauptstory benötigt wird. Denn neben den großen Fällen gibt es im gesamten auch noch 40 Nebenfälle in denen man kleinere Straßenverbrecher fasst. Angefangen von kleinen Schießereien bis hin zu Bankrauben. Natürlich sind auch Sammelobjekte vertreten die während der gesamten Story eingesammelt werden können.

In L.A. Noire dreht es sich nicht nur um Verbrechen und Korruption sondern es wird nicht davor zurückgeschreckt offen über die Probleme der Stadt der Engel zu reden. Die sozialen und politischen Konflikte werden durch intensive Zwischensequenzen und intelligenten Dialogen für den Spieler greifbar nahe gebracht. Es werden Themen wie die untergeordnete Rolle der Frau, die Unterdrückung der Schwarzen, das Feindbild des Kommunismus, der Japaner und der Nazis aufgegriffen. Doch auch vor Alkoholproblemen, Drogenmissbrauch und psychische Probleme nach dem 2. Weltkrieg wird kein Halt genommen.

Doch auch Cole Phelps weiß eine eigene Geschichte zu schreiben – nämlich die seiner Vergangenheit, jene Geschichte die vom Vietnamkrieg handelt. Immer wieder im Spiel gibt es kleine Rückblenden die den jüngeren Cole Phelps im Krieg zeigen. Doch jene Rückblenden wirken eher ein wenig lasch – hier hätte man mehr erwartet.

Das Hauptaugenmerk des Spieles liegt bestimmt im Ermitteln. Man kommt zu einem Tatort untersucht die Leiche(n) und sucht nach Hinweisen. Diese Hinweise führen einen dann zu Orten die mit dem Verbrechen in Verbindung stehen oder zu Verdächtigen Personen beziehungsweise zu vermeintlichen Zeugen. Hier beginnt die Indiziensuche wieder von vorne oder man steht vor einer Zeugenbefragung bzw. einem Verhör.

Dieser sich ständig wiederholende Ablauf lässt das Spiel ein wenig Träge wirken. Auch actionreiche Zwischensequenzen und Spielszenen, welche leider nur sehr selten vorhanden sind, können dies nicht ausbalancieren.

Doch dieser sich immer wiederholende Ablauf wurde bis in die Perfektion verfeinert. Somit macht das Spielen trotz nicht immer anhaltender Spannung richtig viel Laune. Denn die Gesichtsmimiken während des gesamten Spiels sind einfach revolutionär. Die Gesichter wirken durch das neue MotionScan verfahren lebensecht und erlauben den Spieler seine Verhörkünste unter Probe zu stellen.

Doch all dies hilft einem nichts ohne dem berüchtigtem Notizbuch. Jenes Notizbuch von Cole Phelps spielt im Spiel eine sehr wesentliche Rolle, denn es werden alle fallrelevanten Informationen darin niedergeschrieben. Angefangen von:

Hinweise:

Das Anwesend sein von untersuchbaren Objekten in näherer Umgebung wird dem Spieler durch Veränderung der Hintergrundmusik und einem vibrieren des Dualshock 3 Controllers erkennbar gemacht. Doch diese sind nicht immer relevant für die Ermittlungen und werden dann mit Floskeln wie: „Um darin eineVerbindung zu sehen bin ich nicht clever genug“, „Das hat nichts mit dem Fall zu tun“ kommentiert. Doch wenn es sich um relevante Gegenstände, die die Ermittlung vorantreiben können, handelt müssen sie genauestens untersucht werden und wichtige Informationen werden dann im Notizbuch vermerkt. Im Notizbuch können diese Informationen dann während der ganzen Ermittlung nachgelesen werden und für neue Vermutungen verwendet werden. Doch diese helfen einem auch während den Verhören um Theorien zu untermauern und Verdächtige zu beschuldigen.

Doch die Suche nach den Hinweisen erweist sich nicht immer als einfach, da manche Objekte viel zu klein sind um sie in der Umgebung zu erkennen. Hier hilft dann nur wüstes Button hämmern wenn der Controller anfängt zu vibrieren.

Personen:

Personen, egal ob Verdächtige oder Zeugen werden nach dem gleichem Schema befragt. Ihnen werden, meist auf vorher gefundenen Hinweisen basierende, Fragen zu den laufenden Ermittlungen gestellt. Diese werden stets von den befragten beantwortet und nun muss vom Spieler ausgewählt werden ob die Antwort der Wahrheit entspricht, ob er die Antwort anzweifeln soll oder ob er sie falsch darstellen soll. Hier kommt nun die vorher schon gelobte Gesichtsmimik ins Spiel. Durch die 32 HD-Kameras, mit denen jeder Gesichtszug der Schauspieler aufgenommen wurde, fühlt man sich als Spieler als würde man einer realen Person gegenübersitzen.

Jetzt heißt es die Mimik der befragten Person genauesten zu studieren, diese dann zu interpretieren und schließlich die richtige Wahl zu treffen. Dies erweist sich aber nicht immer als Zuckerschlecken, denn nicht jede Person kann man wie ein offenes Buch lesen. Somit kommt es öfters vor, dass man die falsche Wahl trifft und sich möglicherweise das Vorankommen im Fall erschwert.

Orte:

Das Ermitteln von Verbrechen führt einen unweigerlich zum Tatort. Jener wird dann mit einigen Informationen bestückt im Notizbuch niedergeschrieben. Durch finden von Hinweisen und Zeugenbefragungen erhält man neue Informationen über fallrelevante Orte die besichtigt werden müssen um in der Ermittlungsarbeit voran zu kommen. An jene Orten beginnt dann alles wieder von vorne. Man redet mit der gesuchten Person und/oder sucht nach neuen Beweisen.

Die Präsentation:

Grafik:

Die Grafik in L.A. Noire ist wie eine zweischneidige Klinge. Die Gesichtsanimationen aller Charaktere im Spiel setzten neue Maßstäbe in der Spielindustrie. Die Gesichter der Charaktere lassen einen meinen, dass man im Spiel einer realen Person gegenüber steht. Denn durch das neue MotionScan-Verfahren erkennt man jedes Detail im Gesicht und jede Bewegung der zahlreichen Gesichtsmuskeln. Doch andererseits ist die Darstellung der Umgebung im Spiel nicht weiter erwähnenswert. Es kommt immer wieder zu Pop-Up Fehlern und Details müssen oft nachgeladen werden. Es ist irgendwie Schade, dass es den Entwicklern nicht gelungen ist die Umgebungsgrafik auf das gleiche Niveau zu bringen wie sie es bei den Gesichtsanimationen geschafft haben. Doch alles in allem ist die Grafik für ein Open-World Spiel gut gelungen.

Zwischensequenzen:

Zwischensequenzen sind in L.A. Noire zur genüge vorhanden. Im gesamten ergeben diese eine Zeit von 5 Stunden in welchen so viel Story wie möglich vermittelt wird. Die Videos stechen einem immer ins Auge da sie durch die gute Grafik und Animationen der Charaktere richtig atemberaubend anzusehen sind. Doch auch die Synchronisation, die nur in Englisch vorhanden ist (Deutsche Untertitel), trägt viel zum Gesamtbild bei. Dies liegt wohl daran, dass die Sprecher gleichzeitig die Schauspieler sind, die hinter der Gesichtsanimationen stecken.

Musik:

Angenehme und typische Musik für die 40er Jahre begleitet einen durch ganz L.A. Noire. Doch während den Ermittlungen verstummt diese, denn hier geht es dann ums eingemachte: ein schauriger und zugleich Spannung erzeugender Soundtrack setzt dann ein. Dieser kommt zwar nicht an den bombastischen Sound von God of War oder dem von Heavy Rain doch L.A. Noire spielt mit seinem Soundtrack ganz sicher in der oberen Liga mit.

Die Steuerung:

Hier erwartet euch eine Steuerung die sich sehr an GTAIV und Red Dead Redemption anlehnt. Das Konzept funktioniert ziemlich gut nur manchmal hat man das Gefühl, dass man die Figur nicht unter Kontrolle hat. Dies passiert oft wenn man auf eine Leiter bzw. Regenrinne hinaufklettert oder über ein Hindernis springen will. Doch diese Fehler treten nur sehr selten auf und beeinträchtigen den Spielfluss nicht gravierend. Ein richtig bequemes Feature ist, nennen wir es jetzt einfach so, das Auto-Treppenhaus-gehen-Feature. Wenn man sich in einem Stiegenhaus befindet und normalerweise seinen Controllstick bei anderen Spielen nach rechts oder links halten muss läuft hier der Charakter von alleine die Stiege hinunter – das einzige was man hierfür machen muss ist gerade aus zu laufen.

Fazit:

L.A. Noire ist im Gesamtpaket ein richtig gelungene Thriller: eine packende Story, eindrückliche Charaktere, tolle Zwischensequenzen, gelungene Grafik, atemberaubende Mimik zeichnet L.A. Noire aus, doch eben jene genannten Punkte haben teils auch negative Aspekte. Die Story verliert öfters den roten Faden, das „Another Day another Dollar“ Spielprinzip sorgt öfters zur Langeweile und der überzeugende Thriller tritt auch nicht immer ans Tageslicht.

Doch wer schon immer ein mal Verbrechen aufklären wollte und sein Ermittlungstalent auf die Probe stellen wollte kann getrost zuschlagen. Aber sei gesagt es ist nicht jedermanns Spiel.

Pro:

– überzeugende Schauspieler

– geniale Mimik

– intelligente und glaubwürdige Dialoge

– Los Angeles in seiner vollen Pracht der 40er Jahre

– gut umgesetzte Zeugenbefragung/Verhöre

– Autofahrten können übersprungen werden

– neuartiges Spielprinzip

Contra:

– Story verliert öfters den Roten Faden

– „Another Day another Dollar“ Spielprinzip (der Ablauf wiederholt sich immer wieder)

– simple Schießereien

– unausgereiftes Nahkampfsystem

– abgespecktes Open-World Feeling

 

 

 

 

geschrieben von: TM

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